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Fünfte Woche im Jahreskreis

Salz der Erde sein

Fünfter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr A

Jesus sagte zu Seinen Jüngern: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz aber seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr, außer weggeworfen und von den Menschen zertreten zu werden.“ Matthäusevangelium 5:13

Werde nicht zu „Salz“, das seinen Geschmack verliert! Solches Salz wird am Ende weggeworfen und zertreten. Wie kommt es also, dass wir unseren Geschmack verlieren?

Beginnen wir zunächst damit, wozu Salz da ist. Es ist ein erstaunliches Gewürz, das Speisen Geschmack verleiht. Für sich allein ist Salz nicht besonders wohlschmeckend. Doch wenn man es verschiedenen Speisen hinzufügt, durchdringt es sie und bereichert ihren Geschmack erheblich.

Wir sind berufen, das „Salz der Erde“ zu sein. Und wie das Salz sind auch wir nicht dazu geschaffen, einfach der Star zu sein und im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Wir sind nicht nur für uns selbst geschaffen. Vielmehr ist es unsere christliche Pflicht, uns in unsere Welt einzubringen und sie zu bereichern. So helfen wir mit, sie in eine Welt der Gnade und Barmherzigkeit zu verwandeln, erfüllt vom „Geschmack“ des Reiches Gottes. Das geschieht besonders durch den Aufbau von Beziehungen. Es geschieht, indem wir uns bemühen, einen Menschen nach dem anderen im Herzen zu berühren, um sein Leben zu bereichern und ihm zu helfen, Christus näherzukommen. Die Liebe Gottes, die wir in unsere Welt und in das Leben der Menschen tragen, denen wir begegnen, lässt sich mit Salz vergleichen, das eine Speise durchdringt und ihren Geschmack verbessert.

Nun zurück zu unserer ersten Frage. Wie verlieren wir unseren Geschmack? Anders gefragt: Wie kommt es, dass wir nicht das „Salz der Erde“ sind? Das geschieht, wenn wir uns in unsere Welt einbringen und verschiedenen Menschen begegnen, ohne ihr Leben wirklich zu bereichern. Wenn unsere Gegenwart im Leben anderer wenig oder gar nichts zum Guten bewirkt, dann gleicht unser Handeln geschmacklosem Salz, das nur noch dazu taugt, weggeworfen und „zertreten“ zu werden. Das zeigt uns, dass wir die Pflicht haben, im Leben anderer etwas zu bewirken. Wir haben die Pflicht, das Gute und den Glauben in den Menschen zu stärken, denen wir regelmäßig begegnen. Wenn wir im Leben anderer nichts zum Guten verändern, verfehlen wir den Sinn dieser Beziehungen und werden unserer Berufung, Salz der Erde zu sein, nicht gerecht.

Denke heute über diese Pflicht nach, die Christus dir anvertraut hat. Denke über die Berufung nach, die dir aufgetragen ist: im Leben anderer etwas zum Guten zu verändern. Wenn andere durch deine Gegenwart in ihrem Leben im Glauben und in der Liebe wachsen, erfüllst du dieses grundlegende Gebot Christi. Nimm dir fest vor, Salz der Erde zu sein, damit unsere Welt ein besserer Ort wird, erfüllt vom Geschmack des Reiches Gottes.

Herr aller Güte, ich bringe mich Dir dar, um Dir zu dienen und Dich zu verherrlichen. Ich bitte Dich, durch mich unsere Welt in einen heiligen Ort zu verwandeln, in einen Ort, an dem Deine Güte wohnt. Ich danke Dir für das Vorrecht, Dein Werkzeug sein zu dürfen, und bitte Dich, mich so einzusetzen, wie Du es möchtest. Jesus, ich vertraue auf Dich.

 

Wenn das Leben „Mühsal“ ist

Fünfter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr B

Ijob sprach: Ist nicht das Leben des Menschen auf Erden Mühsal?

Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist; mein Auge wird kein Glück mehr sehen. Ijob 7:1, 6-7

Das Merkwürdige ist: Sobald diese Lesung in der Messe beendet ist, antwortet die ganze Gemeinde: „Dank sei Gott!“ Wirklich? Ist diese Lesung es wert, Gott dafür zu danken? Wollen wir Gott wirklich für den Ausdruck solch großen Schmerzes danken? Ja, ganz gewiss.

Ijob brachte hier ganz deutlich Gefühle zum Ausdruck, die wir alle manchmal erleben. Er spricht von einer schlaflosen Nacht. Von Gefühlen schwindender Hoffnung. Von Monaten voller Elend. Und so weiter. Hoffentlich gehören diese Gefühle nicht zu unserem Alltag. Aber sie sind real, und jeder erlebt sie von Zeit zu Zeit.

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Stelle liegt darin, Ijobs ganzes Leben zu betrachten. Obwohl er so empfand, ließ er seine Entscheidungen nicht von diesen Gefühlen bestimmen. Er verfiel nicht in völlige Verzweiflung, gab nicht auf, sondern harrte aus. Und das lohnte sich! In der Tragödie, alles zu verlieren, was ihm kostbar war, blieb er Gott treu und verlor niemals den Glauben an seinen Gott und die Hoffnung auf Ihn. In seiner dunkelsten Stunde kamen sogar seine Freunde zu ihm und sagten ihm, dass Gott ihn bestrafe und für ihn alles verloren sei. Doch er wollte nicht auf sie hören.

Erinnere dich an seine kraftvollen Worte: „Der Herr hat gegeben, der Herr hat genommen; gelobt sei der Name des Herrn!“ Ijob pries Gott für das Gute, das er im Leben empfangen hatte. Doch als es ihm genommen wurde, fuhr er fort, Gott zu loben und zu preisen. Darin liegt die zentrale Lehre aus Ijobs Leben und seine tiefste Ermutigung für uns. Er gab den Gefühlen nicht nach, die er in der obigen Lesung zum Ausdruck brachte. Er ließ sich von der Versuchung zur Verzweiflung nicht davon abhalten, Gott zu loben und anzubeten. Er pries Ihn in ALLEM!

Ijobs Tragödie geschah aus einem bestimmten Grund. Sie sollte uns diese wesentliche Lektion darüber erteilen, wie wir mit den schweren Lasten umgehen können, die das Leben uns aufbürden kann. Interessanterweise ist Ijob gerade für Menschen, die schwere Lasten tragen, eine echte Inspiration. Warum? Weil sie sich in ihm wiederfinden können. Sie können seinen Schmerz nachempfinden und von seinem beharrlichen Festhalten an der Hoffnung lernen.

Denke heute über Ijob nach. Lass dich von seinem Leben inspirieren. Wenn dich gerade eine bestimmte Last im Leben niederdrückt, dann versuche, Gott dennoch zu loben und anzubeten. Gib Gott die Ehre, die Seinem Namen gebührt, einfach deshalb, weil sie Seinem Namen gebührt, und nicht deshalb, weil dir danach ist oder nicht. Dabei wirst du feststellen, dass deine schwere Last dich stärkt. Du wirst in deiner Treue wachsen, indem du gerade dann treu bleibst, wenn es sehr schwerfällt. Ijob hat es getan, und auch du kannst es!

Herr, aller Ehre würdig, wenn das Leben schwer und die Last groß ist, hilf mir, meinen Glauben an Dich und meine Liebe zu Dir zu vertiefen. Hilf mir, Dich zu lieben und anzubeten, weil es in allem gut und recht ist, dies zu tun. Ich liebe Dich, mein Herr, und ich entscheide mich dafür, Dich immer zu loben! Jesus, ich vertraue auf Dich.


Die tiefen Wasser des Glaubens

Fünfter Sonntag im Jahreskreis, Lesejahr C

„Fahrt hinaus auf das tiefe Wasser und werft eure Netze zum Fang aus.“ Lukasevangelium 5:4

Es ist bemerkenswert, dass Jesus Petrus und den Aposteln nicht einfach sagte, sie sollten auf das Wasser hinausfahren; vielmehr sagte Er ihnen, sie sollten auf das „tiefe Wasser“ hinausfahren. Das ist bedeutsam.

Zum Abschluss des großen Jubiläumsjahres 2000 verfasste der heilige Papst Johannes Paul II. ein Apostolisches Schreiben, Novo Millennio Ineunte, das er mit einem Zitat aus dieser Evangelienstelle begann. Diese Stelle gab den Grundton für sein gesamtes weiteres Schreiben vor, in dem er zu einer Neuevangelisierung für das kommende Jahrtausend aufrief.

„Fahrt hinaus in die Tiefe!“ Was sollen wir daraus mitnehmen? Welche Worte Jesu an uns sollen wir darin hören? Wir sollen hören, wie Er uns aufruft, unermüdlich und entschlossen „unsere Netze auszuwerfen“, um viele andere für das Evangelium zu gewinnen. Als Petrus und die Apostel dies im Boot taten, fingen sie so viele Fische, dass ihre Netze zu reißen drohten, und sie staunten sehr. Das ist eine prophetische Handlung, die uns gegeben wurde, um uns zu sagen, dass wir mit größter Begeisterung und größtem Eifer evangelisieren und überall nach Gottes verlorenen Schafen suchen müssen.

Die Welt, in der wir leben, kann manchmal grausam sein. So viele Menschen sind verloren und verwirrt. Die Sünde greift um sich, und Verzweiflung ist weit verbreitet. Unsere Welt braucht dringend einen Erlöser, und wir sind es, durch die Jesus einen reichen Fang einbringen und jene finden möchte, die am meisten in Not sind. Jesus wollte, dass die Apostel die Fische im tiefen Wasser fingen, um damit zum Ausdruck zu bringen, dass es in unserer Welt unzählige Seelen gibt, die fern von Gott sind. Viele Menschen „schwimmen“ in einem Meer aus Verwirrung und Schmerz. Gerade diese Menschen möchte Jesus an sich ziehen. Es liegt in unserer Verantwortung, dem Auftrag unseres Herrn zu folgen und sie aufzusuchen.

Denke heute über diese Worte Jesu nach: „Fahrt hinaus auf das tiefe Wasser.“ Auf welche Weise bittet Jesus dich darum? Wie ruft Er dich dazu auf, deine gewohnte Sicherheit zu verlassen und „deine Netze auszuwerfen“? Was möchte Er von dir, und wie möchte Er durch dich den Auftrag zur Evangelisierung voranbringen? Folge Seinem Auftrag, und auch du wirst über die gute Frucht staunen, die daraus erwächst!

Herr von unendlicher Barmherzigkeit, ich möchte mich Dir hingeben, um Dir zu dienen und Dich zu verherrlichen. Ich möchte auf Dein Geheiß hinausgehen und nach den Seelen suchen, die Deiner überreichen Barmherzigkeit am meisten bedürfen. Schenke mir die Gnade, die ich brauche, um der Berufung treu zu sein, die Du mir geschenkt hast, damit Deine liebevolle Barmherzigkeit jene erreicht, die ihrer am meisten bedürfen. Jesus, ich vertraue auf Dich.


Für Jesus „umhereilen“

Montag der fünften Woche im Jahreskreis

Als sie aus dem Boot stiegen, erkannten die Menschen Ihn sofort. Sie eilten in der ganzen Gegend umher und begannen, die Kranken auf Tragbahren dorthin zu bringen, wo Er sich, wie sie hörten, aufhielt. Markusevangelium 6:54-55

Jesus brachte die Menschen dazu, „umherzueilen“. Das ist eine bemerkenswerte Wortwahl und eine bemerkenswerte Reaktion der Menschen. Was bedeutet „umhereilen“, und was sagt es uns über die Menschen?

„Umhereilen“ bedeutet, sich schnell und zielgerichtet mit kurzen, hastigen Schritten zu bewegen. Es ist ein sehr genaues Wort, das eine ganz bestimmte Handlung bezeichnet. Die Menschen bewegen sich nicht einfach schnell auf Jesus zu, sondern sie eilen umher.

Wenn du dir dieses eilige Umherlaufen vorstellst, scheint darin eine gewisse Dringlichkeit sichtbar zu werden, mit der die Menschen Jesus suchten. Die Beschreibung, wie sie mit kurzen, schnellen Schritten zu Ihm eilten, zeigt, dass sie entschlossen waren, zu Ihm zu gelangen, während sie offenbar noch etwas anderes im Sinn hatten. Was hatten sie im Sinn? Heilung. Sie wussten, dass Jesus für die Kranken eine Quelle wahrer Heilung sein würde, und so brachten die Menschen sie mit großem Eifer zu Jesus, wo immer Er auch war.

In gewisser Weise müssen auch wir uns Jesus in unserem Glaubensleben so nähern. Wir müssen Ihn als die Quelle aller Heilung erkennen, besonders der geistlichen, und unsere Gedanken auf Ihn als den göttlichen Arzt gerichtet halten. Unsere Sehnsucht nach Ihm und der Eifer, mit dem wir Ihn suchen, müssen unsere ganze Aufmerksamkeit beanspruchen.

Denke heute über dieses bemerkenswerte Bild nach, das uns in diesen Worten der Heiligen Schrift geschenkt wird. Versuche, dich in diese Szene des Evangeliums hineinzuversetzen, und überlege, ob du in deinem Verlangen, bei Jesus zu sein, noch entschlossener und eifriger werden musst. Er ist die Quelle aller Gnade und Barmherzigkeit, und Er ist der göttliche Arzt, der darauf wartet, dass du mit all deinen Nöten zu Ihm kommst. Eile Ihm entgegen und lass Ihn Seine Gnade ausgießen.

Mein heilender Herr, lass meine Sehnsucht nach Dir und meinen Wunsch, bei Dir zu sein, wachsen. Hilf mir zu erkennen, dass Du der göttliche Arzt bist, nach dem meine Seele verlangt. Hilf mir, immer auf Dich zu vertrauen und zu Dir zu kommen, damit all meine Bedürfnisse und Sehnsüchte Erfüllung finden. Jesus, ich vertraue auf Dich.


Die Gefahr der Heuchelei

Dienstag der fünften Woche im Jahreskreis

„Der Prophet Jesaja hatte recht mit dem, was er über euch Heuchler sagte, wie geschrieben steht:

Dieses Volk ehrt Mich mit den Lippen, sein Herz aber ist weit weg von Mir. Vergeblich verehren sie Mich; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen.“ Markusevangelium 7:6-8

Wieder einmal sprach Jesus die harte Wahrheit aus, die die Pharisäer hören mussten. Er sagte ihnen unverblümt, dass sie Heuchler seien und dass Jesaja in der zitierten Stelle von ihnen gesprochen habe. Es war ganz gewiss eine spannungsgeladene Begegnung.

Lassen wir die Dramatik der Begegnung einmal beiseite und betrachten wir das eigentliche Zitat aus Jesaja genauer. Es enthält vier Aussagen:

  1. Dieses Volk ehrt Mich mit den Lippen.
    2. Ihre Herzen sind weit weg von Mir.
    3. Ihre Anbetung ist vergeblich.
    4. Sie stellen ihre eigenen menschlichen Gesetze so dar, als wären es Gottes Gesetze.

Wie sähe es im Idealfall aus, wenn diese heuchlerischen Verfehlungen überwunden würden? Wenn sich die Pharisäer völlig ändern würden, was könnte Jesus dann über sie sagen? Vielleicht würde Er Folgendes sagen:

1. Deine Anbetung ist heilig, weil du Meinen göttlichen Willen in deinem Leben wahrhaft annimmst.
Deshalb entspringt die Ehre, die du Mir mit deinen Lippen erweist, deinem reinen, von Glauben und Liebe erfüllten Herzen.

Was ist also die zentrale Botschaft, die wir daraus für unser eigenes Leben mitnehmen sollten? Wir sollten daraus zwei einfache Tatsachen mitnehmen. Erstens muss der Wille Gottes unser Leben ergreifen und zur Grundlage und zum Fundament von allem werden. Sein Wille, Sein Gesetz und Seine Gebote sind der Fels, auf dem wir stehen. Gott hat Seine Wahrheit zur Grundlage des menschlichen Lebens gemacht, und wir müssen uns bemühen, Sein Gesetz demütig anzunehmen.

Sein Gesetz umfasst alle öffentlich geoffenbarten Lehren unseres Glaubens, die wir in der Heiligen Schrift und in der Kirche finden, und es umfasst alles, was wir Gott in unserem eigenen Leben zu uns sprechen hören. Weil es ihnen an Demut fehlte, konnten die Pharisäer diese Wahrheiten nicht erkennen. Stattdessen hielten sie allein an ihren eigenen Vorstellungen und Überzeugungen fest. Aus Liebe wies Gott sie dafür streng zurecht.

Zweitens sollten wir erkennen: Wenn wir das göttliche Gesetz und Seinen besonderen Willen für unser Leben annehmen, werden wir ein reines Herz haben und frei sein, unsere Liebe zu Ihm auch nach außen auszudrücken. Wir werden Ihn von Herzen anbeten, und dies wird in unseren Worten und Taten zum Ausdruck kommen. Doch das wird niemals geschehen, wenn wir nicht von Seinem göttlichen Gesetz ausgehen.

Denke heute darüber nach, ob du bereit bist, alle Wahrheiten, die Gott geoffenbart hat, demütig anzunehmen, und ob du bereit bist, sie zum Fundament deines Lebens zu machen. Wenn du das tust, wird alles Weitere daraus in Liebe und Anbetung hervorgehen.

Herr aller Wahrheit, hilf mir, Dein heiliges und göttliches Gesetz zu lieben. Hilf mir, es mit ganzem Herzen anzunehmen. Ich glaube an Dich und an alles, was Du durch die Zeiten hindurch gesprochen hast. Ich glaube an das, was Du mir über mein eigenes Leben ins Herz sprichst. Schenke mir die Gnade, Deinen heiligen Willen anzunehmen und mich dadurch innerlich wie äußerlich verwandeln zu lassen. Jesus, ich vertraue auf Dich.


Warum tun wir, was wir tun?

Mittwoch der fünften Woche im Jahreskreis

„Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein.“ Markusevangelium 7:15

Umgekehrt gilt: Was von innen kommt, macht einen Menschen heilig!

Oft beschäftigen wir uns mehr mit dem Äußeren als mit dem Inneren. Wir machen uns häufig übermäßig viele Gedanken darüber, wie andere uns wahrnehmen, wie wir aussehen oder welches Ansehen wir in den Augen der Welt genießen. Dieses Evangelium geht ausdrücklich auf die Behauptung der Pharisäer ein, dass der Verzehr bestimmter Speisen einen Menschen unrein mache. Jesus lässt das nicht gelten. Er lenkt unsere Aufmerksamkeit auf unser Herz. Was ist in unserem Herzen? Und was kommt aus dem Herzen hervor? Das macht uns zu dem, was wir sind.

Hier geht es zwar um die Sorge, bestimmte Speisen könnten unrein machen, doch es geht um weit mehr. Es geht um die Neigung, Gottes Gesetz nur äußerlich zu befolgen. Damit geht es auch um die Neigung der Pharisäer, sich übermäßig viele Gedanken darüber zu machen, wie andere sie wahrnehmen. Ihre äußerliche Gesetzestreue lässt erkennen, dass sie offenbar allzu sehr damit beschäftigt sind, was andere über sie denken und sagen. Sie wollen heilig erscheinen. Sie wollen so wirken, als wären sie selbst über die kleinsten Verfehlungen erhaben. Doch das alles ist nur Schein und nicht Wirklichkeit.

Deshalb lenkt Jesus die Aufmerksamkeit auf das Innere. Gott sieht, was in unserem Herzen ist. Selbst wenn niemand sonst es sieht, sollten wir niemals vergessen, dass Gott alles sieht. Nur darauf kommt es an. Was in unserem Herzen ist, kann uns entweder großen Schaden zufügen oder viel Gutes bewirken. Es gibt Menschen, die in den Augen der Öffentlichkeit völlig danebenliegen. Doch aus Gottes Sicht liegen sie genau richtig. Umgekehrt gibt es Menschen, die in der öffentlichen Meinung als leuchtende Vorbilder gelten, aus Gottes Sicht aber völlig danebenliegen. Nur eines zählt: Was denkt Gott?

Denke heute darüber nach, was in deinem Herzen ist. Diese Innenschau sollte dich auch dazu herausfordern, deine Beweggründe zu betrachten. Warum tust du, was du tust, und warum triffst du die Entscheidungen, die du triffst? Sind es Entscheidungen, die aus einem ehrlichen und aufrichtigen Herzen kommen? Oder beruhen sie eher darauf, wie andere dich wahrnehmen werden? Hoffentlich sind deine Beweggründe rein. Und hoffentlich entspringen diese reinen Beweggründe einem Herzen, das tief mit dem Herzen Christi vereint ist.

Herr aller Reinheit, bitte läutere meine Beweggründe. Hilf mir, nur aus einem reinen Herzen heraus zu leben. Hilf mir, stets zu erkennen, dass Heiligkeit allein darin zu finden ist, Dir zu dienen, und nicht darin, mein Ansehen bei anderen zu pflegen. Ich liebe Dich, mein Herr. Jesus, ich vertraue auf Dich!


Ein Glaube, der sichtbar wird

Donnerstag der fünften Woche im Jahreskreis

Schon bald hörte eine Frau von Ihm, deren Tochter einen unreinen Geist hatte. Sie kam und fiel Ihm zu Füßen. Die Frau war eine Griechin, ihrer Herkunft nach eine Syrophönizierin, und sie bat Ihn, den Dämon aus ihrer Tochter auszutreiben. Er sagte zu ihr: „Lasst zuerst die Kinder satt werden; denn es ist nicht recht, das Brot den Kindern wegzunehmen und den Hunden vorzuwerfen.“ Markusevangelium 7:25-27

Warum sprach Jesus so mit dieser Frau? Sie kommt zu Ihm, vermutlich voller Furcht und Zittern, fällt Ihm zu Füßen und fleht Ihn an, ihrer Tochter zu helfen. Zunächst könnte man erwarten, dass Jesus sich ihr sanft und mitfühlend zuwendet, sie nach ihrer Tochter fragt und zu ihr sagt: „Ja, selbstverständlich werde ich deiner Tochter helfen. Führe mich zu ihr.“ Doch das sagt Er nicht. Er sagt ihr: „Es ist nicht recht, das Brot der Kinder zu nehmen und es den Hunden vorzuwerfen.“ Autsch! Wirklich? Hat Er das wirklich gesagt? Warum sollte Er so etwas sagen?

Zunächst müssen wir wissen, dass alles, was Jesus sagt, ein Akt der Liebe ist. Es ist ein Akt größter Güte und Barmherzigkeit. Wir wissen das, weil Jesus so ist. Er ist die Liebe und die Barmherzigkeit selbst. Wie lässt sich also dieser scheinbare Widerspruch auflösen?

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Begegnung liegt darin, auf ihren Ausgang zu schauen. Wir müssen betrachten, wie diese Frau auf Jesus antwortete und wie das Gespräch endete. Wenn wir das tun, sehen wir, dass die Frau mit unglaublicher Demut und großem Glauben antwortet. Was Jesus sagt, ist wahr. In gewisser Weise können wir Seine Worte so verstehen, dass niemand ein Anrecht auf Seine Gnade und Barmherzigkeit hat. Niemand, auch nicht diese Frau und ihre Tochter, „verdient“ es, dass Gott in seinem Leben wirkt. Jesus weiß das, und mit Seinen Worten gibt Er dieser Frau eine wunderbare Gelegenheit, ihren tiefen Glauben für alle sichtbar werden zu lassen. Seine Worte lassen sie als ein Leuchtfeuer des Glaubens, der Hoffnung und des Vertrauens erstrahlen. Das ist Jesu Ziel, und es wurde erreicht. Es wurde erreicht, weil Er, als sie zu Ihm kam, sofort wusste, dass sie tatsächlich einen tiefen Glauben hatte. Er wusste, dass sie mit Demut und Vertrauen antworten würde. Genau das tat die Frau, und so können wir miterleben, wie ihr Glaube und ihre Demut sichtbar werden.

Betrachte heute den wunderbaren Glauben dieser demütigen Frau. Versuche, dich in sie hineinzuversetzen und zu hören, wie Jesus dieselben Worte zu dir spricht. Wie würdest du antworten? Würdest du mit Zorn oder Empörung reagieren? Wäre dein Stolz verletzt? Oder würdest du mit noch tieferer Demut antworten und anerkennen, dass alles, was Gott gibt, ein Geschenk ist, auf das wir keinen Anspruch haben? So zu antworten ist höchstwahrscheinlich der Glaubensakt, auf den Gott bei jedem von uns wartet, und der Schlüssel zu jener Ausgießung Seiner Barmherzigkeit, die wir so sehr brauchen.

Herr der wahren Demut, bitte mache mich demütig. Nimm mir meinen Stolz. Hilf mir, Dir zu Füßen zu fallen. Hilf mir, Dir so tief zu vertrauen, dass meine Liebe zu Dir Dich dazu drängt, Deine Schatzkammer der Gnade zu öffnen und Deine Gnade über mich auszugießen. Jesus, ich vertraue auf Dich.


Die Vollmacht Gottes

Freitag der fünften Woche im Jahreskreis

„Effata!“ (Das heißt: „Öffne dich!“) Und sogleich öffneten sich die Ohren des Mannes. Markusevangelium 7:34-35

Wie oft hörst du Jesus zu dir sagen: „Effata! Öffne dich!“? Oder wie oft hörst du Ihn mit solcher Vollmacht zu dir sprechen?

Sagte Jesus das nur, weil dieser Mann körperlich taub war und Er ihn körperlich heilen wollte? Oder liegt darin eine tiefere Bedeutung? Indem Jesus diesen Mann heilte, der keine äußeren Laute hören konnte, offenbarte Er uns etwas darüber, was Er für uns tun möchte. Jesus vermittelt uns in dieser Heilung eine klare und tiefer gehende Botschaft. Gewiss können wir dieser Stelle viele Botschaften entnehmen. Betrachten wir eine davon.

Die Botschaft liegt in Jesu Befehl: „Öffne dich!“ Das sind machtvolle Worte, die zum Handeln auffordern. Es sind keine Worte, deren Befolgung freigestellt wäre. Sie sind klar und endgültig. „Öffne dich“ ist keine Frage, keine Einladung, sondern ein Befehl. Das ist bedeutsam!

Diese beiden kleinen Worte zeigen, dass Jesus sich entschlossen hat zu handeln. Sie zeigen, dass Er bei dieser Entscheidung nicht im Geringsten zögert. Er hat Seinen Entschluss gefasst und Seinen Willen ausgesprochen. Und dieses Handeln Seinerseits bewirkt die Veränderung. Diese beiden kleinen Worte zeigen, dass Gott nicht unentschlossen ist, wenn Er spricht. Er ist weder zaghaft noch unsicher. Er ist absolut eindeutig und klar.

Diese Einsicht sollte uns großen Trost schenken. Trost in dem Sinne, dass Jesus bereit und willens ist, Seine allmächtige Vollmacht auszuüben. Er besitzt tatsächlich alle Macht und scheut sich nicht, diese Vollmacht auszuüben, wenn Er es will. Vor allem möchte Er Seine Vollmacht dann ausüben, wenn dadurch das größte Gute in unserem Leben bewirkt wird.

Es sollte uns großen Trost schenken, dass wir darauf vertrauen können: Dieser allmächtige Gott ist allmächtig und hat alles in Seiner Hand. Wenn Er sogar die natürliche Welt (das körperliche Hörvermögen) in Seiner Hand hat, dann ganz gewiss auch die geistliche Welt. Er vermag alles Gute zu tun.

Wenn wir erkennen, dass wir in der Gegenwart dessen sind, der nicht nur allmächtig, sondern auch voller Liebe und Barmherzigkeit ist, sollten wir tief erleichtert aufatmen und Ihm unser uneingeschränktes Vertrauen schenken können. Er kann und will alles in Seiner Hand halten.

Denke heute über diese beiden kleinen Worte nach. Lass diese heilige und göttliche Vollmacht Jesu dein Leben bestimmen. Lass Ihn dir gebieten. Seine Gebote sind vollkommene Liebe und Barmherzigkeit. Es sind Worte, die dich zu deinem höchsten Gut führen werden. Und dieser allmächtige Gott ist deines ganzen Vertrauens würdig.

Allmächtiger Herr, ich vertraue Dir wirklich, und ich weiß, dass Du alles vermagst. Ich weiß, dass Du in meinem Leben uneingeschränkte Vollmacht haben möchtest. Hilf mir, Dir mein Leben ganz zu übergeben und Dir so sehr zu vertrauen, dass Du jede Handlung meines Lebens lenken und bestimmen darfst. Jesus, ich vertraue ganz auf Dich!


Von Jesus angezogen, zur Barmherzigkeit gegenüber anderen bewegt

Samstag der fünften Woche im Jahreskreis

„Ich habe Mitleid mit diesen Menschen; sie sind schon drei Tage bei Mir und haben nichts mehr zu essen. Wenn Ich sie hungrig nach Hause schicke, werden sie auf dem Weg zusammenbrechen; denn manche von ihnen sind von weit her gekommen.“ Markusevangelium 8:2-3

Dieser Abschnitt enthält einige bemerkenswerte Punkte, über die es sich nachzudenken lohnt. Schauen wir uns drei davon kurz an.

Zunächst ist es wichtig zu beachten, dass sich die Menschen so sehr zu Jesus hingezogen fühlten, dass sie bereit waren, drei Tage bei Ihm zu verbringen und Ihm an einem abgelegenen Ort zuzuhören, obwohl sie nichts zu essen hatten. Sie zogen Jesus und Seine Lehre dem Essen und der Behaglichkeit ihres eigenen Zuhauses vor. Das zeigt das unerschütterliche Interesse der Menschen an Jesus und Seiner Lehre. Es zeigt, wie sehr sie sich zu Ihm hingezogen fühlten. Es war, als wäre alles andere unwichtig. Sie wollten einfach bei Jesus sein.

Zweitens offenbart diese Stelle Jesu tiefe Sorge um die Menschen. Sein Herz war von Mitleid mit ihnen bewegt. Er war dankbar, dass sie da waren, doch Er sorgte sich mehr um ihr leibliches Wohl als sie selbst.

Drittens offenbart er auch etwas recht Unscheinbares, aber Tiefgründiges. Indem Jesus das Problem anspricht, dass die Menschen schon so lange nichts zu essen haben, lädt Er die Apostel ein, dieses Problem wahrzunehmen. Beachte, dass Er das Problem nicht sofort löst. Er sagt ihnen nicht gleich, was sie tun sollen. Stattdessen erläutert Er einfach das Problem. Warum tut Er das?

Vielleicht liegt ein Grund darin, dass Jesus in den Herzen der Apostel die Liebe und die Sorge für die Menschen fördern wollte. Vielleicht war dies ein Augenblick, in dem Er sie auf die Probe stellte und sie darin schulte, über die Bedürfnisse der Menschen nachzudenken. Indem Er zunächst nur die Frage aufwarf, stellte Er den Aposteln die Menschen vor Augen, damit auch sie in herzlichem Mitgefühl für sie wachsen konnten. Vielleicht wollte Jesus, dass auch ihre Herzen von „Mitleid mit diesen Menschen“ bewegt würden, so wie Sein Herz.

Denke heute über drei Dinge nach. Erstens: Fühlst du dich so stark zu Jesus hingezogen, dass Er zum Mittelpunkt deines Lebens wird? Erfüllt die Sehnsucht nach Ihm dein Herz und nimmt sie deine Seele ganz in Anspruch? Zweitens: Bist du dir bewusst, wie sehr Jesus um dich besorgt ist? Ist dir bewusst, dass Sein Herz jeden Tag von „Mitleid“ mit dir bewegt ist? Drittens: Kannst du zulassen, dass die Liebe und das Mitgefühl, die Jesus dir schenkt, durch dich auch anderen geschenkt werden? Kannst du die „Notlage“ erkennen, die hinter den Bedürfnissen anderer steht? Und wenn du diese Bedürfnisse siehst, bemühst du dich dann, ihnen in ihrer Not beizustehen? Nimm dir fest vor, nach diesen drei Lehren zu leben. Wenn du das tust, wirst auch du würdig sein, einer Seiner Jünger genannt zu werden.

Herr, der Du mich ganz in Anspruch nimmst, hilf mir, mich mit ganzer Kraft und voller Sehnsucht zu Dir hingezogen zu fühlen. Hilf mir, in Dir die Quelle all dessen zu sehen, wonach ich mich sehne und was ich im Leben brauche. Lass mich Dich allem anderen vorziehen, im Vertrauen und im Wissen darum, dass Du all mein Verlangen stillen wirst. Während ich mich Dir mit ganzer Kraft zuwende, erfülle mein Herz mit überreicher Barmherzigkeit für alle. Jesus, ich vertraue auf Dich.

Sechste Woche im Jahreskreis

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