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Dreizehnter Tag: Identität

Mittwoch der zweiten Fastenwoche

Während der vierzig Tage Jesu in der Wüste dürfte es viele subtile Versuchungen gegeben haben, denen Er sich freiwillig aussetzte. Doch am Ende der vierzig Tage trat der Teufel an unseren Herrn heran, um Ihn ein letztes Mal zu überwinden. Die erste Versuchung beginnt damit, dass die heilige Identität Jesu als Sohn Gottes auf subtile Weise infrage gestellt wird. Der Teufel sagt zu Jesus: „Wenn Du Gottes Sohn bist …“ Indem er mit den Worten beginnt: „Wenn Du … bist“, stellt der Teufel im Grunde die göttliche Identität Jesu infrage. Damit versuchte er, in Jesus Stolz zu wecken – genau jene Sünde, die dazu geführt hatte, dass der Teufel aus dem Himmel verstoßen wurde.

Jesus ließ sich zwar nicht dadurch beirren, dass Seine heilige Identität infrage gestellt wurde, doch wir alle stehen vor dieser Versuchung und überwinden sie allzu oft nicht. Allzu oft fehlt uns die Gewissheit darüber, wer wir sind. Wenn jemand unsere Identität im Innersten auf irgendeine Weise infrage stellt, anzweifelt, ablehnt, verspottet, herabsetzt oder angreift, geraten wir in Versuchung, aus Stolz mit Selbstrechtfertigung, Zorn oder sogar Verzweiflung zu reagieren. Wenn wir jedoch wissen, wer wir sind, wenn wir uns selbst nur so sehen, wie Gott uns sieht, dann werden wir niemals zulassen, dass die falschen Meinungen oder Urteile anderer uns beirren.

Wer bist du? Du bist ein Sohn oder eine Tochter Gottes. Der Vater hat dich als Sein Kind in die neue Familie der Gnade und Wahrheit aufgenommen. Gewiss bist du auch ein Sünder – aber ein Sünder, dem jedes Mal vergeben wurde, wenn du deine Sünden bereut hast und zu Gott zurückgekehrt bist. Zu wissen, wer du bist, schenkt große Freiheit.

Angriffe auf unsere Würde und Identität begegnen uns oft in Form von Versuchungen wie diesen: „Du bist wertlos … Du kannst nichts richtig machen … Niemand mag dich … Du wirst deine Sünde niemals überwinden … Gott ist so enttäuscht von dir“ und so weiter. Wenn uns diese Lügen in Versuchung führen, können wir der Verzweiflung und den Selbstzweifeln nachgeben und infrage stellen, wer wir sind und ob Gott uns vollkommen liebt. Verzweiflung und Selbstzweifel sind subtile Formen des Stolzes. Demut ist der Schlüssel zu wahrer Selbsterkenntnis und dazu, unsere Identität als Kind Gottes anzunehmen. Demut ist nichts anderes als eine tiefe Erkenntnis dessen, wer du im Licht der Wahrheit bist. Jesus wusste, wer Er war, und ließ nicht zu, dass der Böse irgendeinen Zweifel in Ihm weckte. Wir müssen uns bemühen, es Ihm gleichzutun.

Betrachte die innere Haltung Jesu, als Er ertrug, dass Satan Seine Identität infrage stellte. Jesus vergaß niemals, wer Er war. Das muss auch unser Ziel sein. Du bist Gottes kostbares und geliebtes Kind. Dir sind Gnade und Barmherzigkeit geschenkt. Du bist dringend auf Gottes Barmherzigkeit angewiesen. Dir wird jedes Mal vergeben, wenn du aufrichtig bereust. Gott liebt dich, und keine Lüge des Bösen wird das jemals ändern. Strebe heute nach der Tugend der Demut, denn durch die Demut durchschauen wir die vielen Lügen über uns selbst und sehen uns so, wie wir sind – so, wie Gott uns sieht. Die Demut unseres Herrn war vollkommen; bemühen wir uns, Ihn immer vollkommener nachzuahmen.

Mein demütiger Herr, Du wusstest, wer Du bist, und hast niemals zugelassen, dass die subtilen Lügen des Bösen Dich beirrten. Bitte hilf mir, mich daran zu erinnern, wer ich als Dein Kind bin. Lass mich mich selbst nur so sehen, wie Du mich siehst, und mich selbst so lieben, wie Du mich liebst. Befreie mich von allen Lügen, von Selbstmitleid, Zweifel und Verzweiflung. Jesus, ich vertraue auf Dich.

Siehe auch: Dreizehnter Tag: 40 Tage am Fuß des Kreuzes

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