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Dritter Fastensonntag: Lebendiges Wasser

Das heutige Evangelium (Johannesevangelium 4:5–42) erzählt die bewegende und einfühlsame Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen. Dieses Evangelium wird im Lesejahr A immer gelesen und kann auch in den Lesejahren B und C gewählt werden. Die Geschichte passt wunderbar zu dem Thema, das wir betrachtet haben: Jesu vierzig Tage in der Wüste.

Zunächst einmal spielt die Geschichte zur Mittagszeit, als die meisten Frauen zu Hause blieben, um der Hitze zu entgehen. Die Frau kommt in der Hitze des Tages zum Brunnen, um anderen Frauen nicht zu begegnen. Sie fürchtet, dass diese sie wegen ihres sündigen Lebens verurteilen.

Ein weiteres zentrales Thema der Geschichte ist das Stillen des Durstes. Auch darüber haben wir in dieser Fastenzeit nachgedacht, als wir Jesus in der Wüste betrachteten. Als Jesus dieser Frau am Brunnen begegnet, ist klar, dass sie körperlich durstig ist; noch mehr aber dürstet ihre Seele. Sie versuchte, diesen Durst zu stillen, indem sie einen Mann nach dem anderen heiratete und schließlich mit jemandem zusammenlebte, der nicht ihr Mann war. Als Jesus sie sieht, richtet Er eine bemerkenswerte Bitte mit einer tiefen geistlichen Bedeutung an sie. Er sagt schlicht: „Gib mir zu trinken!“

Auf den ersten Blick ist das nicht überraschend. Es war heiß, Jesus hatte körperlichen Durst, und die Frau schöpfte Wasser aus dem Brunnen. Doch wir müssen Jesu Bitte auf einer viel tieferen geistlichen Ebene verstehen. Der „Durst“, den Jesus verspürte, galt ihrem Glauben und ihrer Umkehr. Er wollte sie aus ihrem Leben in Sünde und Scham befreien. Er wollte, dass ihre Seele Erquickung erfährt. Deshalb sagt Jesus über das Wasser im Brunnen weiter: „Wer von diesem Wasser trinkt, wird wieder Durst bekommen; wer aber von dem Wasser trinkt, das Ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das Ich ihm gebe, in ihm zu einer Quelle werden, deren Wasser ins ewige Leben fließt.“

Oft empfinden Menschen, die in einem Kreislauf der Sünde gefangen sind, Scham, Hoffnungslosigkeit und Angst. Jesus sah diese Empfindungen in der Seele dieser Frau. Er sah, dass sie in diesem Kreislauf der Sünde gefangen war, und Er wollte, dass sie frei wird.

Wenn wir auf unser eigenes Leben schauen, besonders wenn wir in einen Kreislauf der Sünde geraten sind, aus dem wir nicht herausfinden, müssen wir erkennen, wie sich uns dieses zutiefst mitfühlende und barmherzige Herz Jesu zuwendet, so wie Er sich dieser Frau zugewandt hat. Und wenn wir andere sehen, die in einem Kreislauf der Sünde gefangen sind, müssen wir für sie zum Herzen Jesu werden, statt uns dazu hinreißen zu lassen, über sie zu richten und sie zu verurteilen.

Am Ende der Begegnung lässt die Frau ihren Wasserkrug am Brunnen zurück. Das ist ein Zeichen dafür, dass sie dieses „lebendige Wasser“ empfangen hatte, das sogleich zu „einer Quelle, deren Wasser ins ewige Leben fließt“, wurde. Diese kurze Begegnung mit Jesus stillte den Durst ihrer Seele so sehr, dass sie ihren körperlichen Durst völlig vergaß. Voller Staunen und Freude ging sie fort.

Betrachte Jesus, der an diesem Brunnen sitzt, während du kommst, um Wasser zu holen, und dabei die Last deiner Sünden und die innere Trockenheit spürst, die sie mit sich bringen. Jesus verurteilt dich nicht. Er will dich befreien. Er will dir Sein lebendiges Wasser schenken. Stille Seinen Durst, indem du auf Sein unergründliches Mitgefühl und Seine Barmherzigkeit vertraust. Und wenn du Menschen begegnest, die in einem Leben der Sünde gefangen sind, sei für sie das barmherzige Herz Jesu.

Herr voll innigsten Mitgefühls, ich staune über die Tiefe Deines vollkommenen Mitgefühls und Deiner Liebe. Hilf mir, Dich niemals zu fürchten, sondern mich in meinem Durst, der durch meine Sünde verursacht wird, immer an Dich zu wenden. Während ich Deine unergründliche Barmherzigkeit empfange, bitte ich Dich, dass auch ich für die Menschen in Not zu Deinem barmherzigen Herzen werde. Jesus, ich vertraue auf Dich.

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